Im Rahmen eines Unternehmensbesuchs bei Hamburger Rieger in Trostberg fand ein intensiver Austausch zwischen Vertretern der Papierindustrie und drei Abgeordneten der Freien Wähler statt - Markus Saller, MdL, wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion, Josef Lausch, MdL energiepolitischer Sprecher, sowie Dr. Martin Brunnhuber. Organisiert wurde der Termin seitens BayPapier durch Patrick Zens, Leiter Kommunikation & Bildung. Gastgeber auf Unternehmensseite waren Jan Hagen, Geschäftsführer von Hamburger Rieger Trostberg, Finanzdirektor Markus Grysko sowie der ehemalige Geschäftsführer Georg Voit.
Zu Beginn führte Jan Hagen in die Grundlagen der Papierherstellung ein und stellte Hamburger Rieger als Teil der Prinzhorn Gruppe vor. Bereits während der Präsentation entwickelte sich ein lebhafter Austausch über die aktuellen Herausforderungen der Branche, insbesondere die hohen Energie‑ und Rohstoffkosten sowie die zunehmende bürokratische Belastung für Industrieunternehmen. Als wichtiger Arbeitgeber und Industriestandort in der Region bot der Unternehmensbesuch eine geeignete Plattform für den direkten Dialog zwischen Industrie und Politik, mit dem Ziel, diese Herausforderungen einzuordnen und lösungsorientierte Ansatzpunkte für verlässliche politische Rahmenbedingungen zu diskutieren.
Jan Hagen betonte dabei die Notwendigkeit, verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Papierindustrie dauerhaft zu sichern. Auch Patrick Zens unterstrich diese Forderung aus Verbandssicht und verwies insbesondere auf die zusätzlichen Belastungen durch den europäischen Emissionshandel (ETS). Hier sei ein politisches Entgegenkommen dringend erforderlich, das von der EU-Kommission inzwischen in Aussicht gestellt werde. Zudem wird die geplante Umsetzung der Entgelttransparenzrichtlinie kritisch bewertet, da sie zusätzliche Komplexität in bestehende tarifliche Strukturen bringen könnte.
Insgesamt wurde deutlich, dass klare und stabile politische Entscheidungen eine zentrale Voraussetzung sind, um langfristige, kapitalintensive Investitionen – insbesondere im Bereich zukünftiger Energielösungen – verlässlich planen und umsetzen zu können. Um die Dringlichkeit der Situation zu verdeutlichen, plant der Verband, im Rahmen seiner Jahrestagung gemeinsam mit der Gewerkschaft IGBCE eine Resolution für mehr Wettbewerbsfähigkeit zu verabschieden und diese an den bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger zu überreichen.
Die Freien Wähler, als Teil der bayerischen Regierungskoalition, signalisierten im Gespräch ihre grundsätzliche Unterstützung für die Anliegen der papier- und verpackungsproduzierenden Industrie. Der Austausch wurde von allen Beteiligten als konstruktiv und zielführend bewertet.
Foto (v.l.n.r.): Georg Voit, Patrick Zens, Dr. Martin Brunnhuber, MdL, Jan-Oliver Hagen, Markus Saller, MdL, Josef Lausch, MdL
