Nachhaltigkeit in der Papier- und Verpackungsindustrie

Nachhaltig produzieren heißt wirtschaftlich, verbraucherfreundlich und umweltverträglich produzieren. Nachhaltigkeit und damit einhergehend auch die Ressourcenschonung ist einer der wichtigsten Grundsätze der Papier- und Verpackungsindustrie. Mit ihren Hightech-Anlagen, Prozessoptimierungen und innovativen Produktlösungen trägt unsere Industrie täglich zum Umwelt- und Ressourcenschutz bei und produziert nicht nur umweltverträglich, sondern agiert auch wirtschaftlich effektiv.

Dr. Thorsten Arl
Dr. Thorsten Arl
Hauptgeschäftsführer • Syndikusrechtsanwalt

Unser Rohstoff heißt Recycling

Nachhaltiges Wirtschaften und das Einsparen von Ressourcen wird in der Gesellschaft von vielen gefordert, aber von wenigen umgesetzt. Die Bayerische Papierindustrie nutzt schon heute zum größten Teil Altpapier als Rohstoff für die Papiererzeugung. Holz wird vorrangig aus heimischen Wäldern bezogen, die zertifiziert nachhaltig bewirtschaftet werden. BayPapier ist damit einer der großen Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz.

Unser Rohstoff heißt Recycling
Unser Rohstoff heißt Recycling
Altpapier als Rohstoff in der Bayerischen Papierindustrie

Initiative "Schützen durch Nutzen auf ganzer Fläche"

Der Freistaat Bayern ist weit über seine Grenzen hinaus bekannt für die Schönheit und Vielfältigkeit seiner Wälder, für eine nachhaltige Waldnutzung und für eine vorausschauende Forstpolitik. Die dritte Bundeswaldinventur hat eindrucksvoll aufgezeigt, dass der bayerische Weg, die Ziele des Naturschutzes integrativ im Rahmen einer nachhaltigen und multifunktionalen Bewirtschaftung zu berücksichtigen, ein Erfolgsmodell ist. Alle wesentlichen Indikatoren wie z. B. Laubholzanteile, Baumartenmischung, Totholz etc. zeigen in Bayern Spitzenwerte.

Unsere Wälder haben nicht nur herausragende Bedeutung für Biodiversität und Schutz von Tier- und Pflanzenarten. Unsere Wälder haben auch eine herausragende Bedeutung für saubere Luft und reines Wasser sowie als einmaliger Erholungsraum und Lieferant des nachwachsenden Rohstoffes Holz. Waldbesitzer, Forstleute und die Politik müssen auch zukünftig verantwortungsbewusst handeln, damit die Multifunktionalität des Waldes insgesamt sowie deren Ausgewogenheit untereinander für die Gesellschaft weiterhin erhalten bleiben.

Bayerische Verbände haben gemeinsam ein Schreiben an den Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder gerichtet, um darauf hinzuweisen, dass eine Abkehr von einer ausgewogenen Berücksichtigung aller Waldfunktionen zugunsten einer einzelnen Funktion, wie es derzeit für den Artenschutz vorgesehen wird, weitreichende Folgen haben wird.

Altpapier ist Rohstoff Nr. 1!

Die ausreichende Verfügbarkeit von Rohstoffen zu adäquaten Marktpreisen hat höchste Priorität für die Sicherung des Standortes Deutschland als Produktionsstandort Nr. 1 in Europa. Die bayerischen Papierfabriken produzieren jährlich rund 5 Mio. Tonnen Papier. Altpapier ist der quantitativ wichtigste Rohstoff für die Papiererzeugung in Bayern. Jährlich besteht hier ein Bedarf von über 3,4 Mio. Tonnen gebrauchter Zeitungen, Magazine, Faltschachteln und Kartonagen, die von Haushalten und der Industrie gesammelt wieder in den Produktionskreislauf zurückkehren. Die bayerische Papierindustrie ist deutschlandweit Spitzenreiter beim Altpapiereinsatz.

Die Papierindustrie ist damit ein herausragendes Beispiel für hervorragend funktionierende Recyclingkreisläufe. Mit jeder eingesetzten Tonne Altpapier reduzieren wir bei der Herstellung von Papier deutlich den Verbrauch an Energie, Wasser und Holz. Das ist gelebter Ressourcenschutz und gelebte Produktverantwortung. Der Altpapiereinsatz trägt maßgeblich zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes bei und ist ein aktiver Beitrag der Papierindustrie zum Klimaschutz.

Zum Schutz des Recyclingkreislaufs sind folgende Maßnahmen zu ergreifen:

  • Vorrang der stofflichen Nutzung von Altpapier sichern!
    Altpapier ist ein weltweit gehandelter, hochpreisiger Sekundärrohstoff - und kein Abfall. Das Kreislaufabfall- und Wirtschaftsgesetz muss auch in Zukunft den Vorrang der stofflichen Nutzung vor der Verbrennung zur Energiegewinnung sicherstellen.
  • Getrennterfassung von Altpapier beibehalten!
    Altpapier darf nicht mit Kunststoff, Glas oder anderen Sekundärrohstoffen in einer gemeinsamen Tonne erfasst werden. Die bestehenden getrennten Sammelsysteme sind fortzuführen. Altpapier, das mit Lebensmittelresten oder sonstigen Anhaftungen kontaminiert ist, kann für die Neuherstellung von Papier und Verpackungen nicht mehr eingesetzt werden. Eine kombinierte Sammlung würde den Recyclingkreislauf zerstören und zu erheblichen Umweltbelastungen führen.

Holz: Nachhaltige Waldwirtschaft zentraler Standortfaktor

Die Rohstoffpolitik muss so gestaltet sein, dass der Rohstoff Holz für die Unternehmen in ausreichender Menge, in guter Qualität und zu wettbewerbsfähigen Preisen zur Verfügung steht. Ohne Holz ist Papier und Verpackung nicht denkbar. Holz ist ein natürlicher, heimischer und nachwachsender Rohstoff. Holz bildet den Beginn unserer vollständig geschlossenen Recyclingkreisläufe, die insbesondere die Rücknahme und Wiederverwertung der Holzfasern in Form von Neupapier auf Altpapierbasis mit einschließt. Zur Herstellung hochwertiger Papiere für die grafische Industrie und für technische Einsatzzwecke setzt die bayerische Papierindustrie jährlich knapp 2 Mio rm Waldholz ein. Dazu kommen etwa 350.000 Kubikmeter Nebenprodukte aus der Sägeindustrie. Das Industrieholz fällt typischerweise bei der Durchforstung junger Waldbestände an. Dadurch werden Wälder gepflegt und widerstandsfähiger gemacht. Die regionale Verfügbarkeit von Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft ist für die bayerische Papierindustrie ein zentraler Standortfaktor. Die Bayerische Papierindustrie bezieht, wo immer möglich, Holz von zertifizierten heimischen Waldbesitzern. Um eine flächendeckende Versorgung zu erreichen, setzen wir uns für eine deutliche Ausweitung der über FSC bzw. PEFC zertifizierten Waldflächen ein.

Potenzial für Energie aus Biomasse (Waldholz) nicht überschätzen!

Holz ist zwar ein nachwachsender Rohstoff. Es kann jedoch nur soviel Holz geerntet werden, wie einer nachhaltigen, auf Bestandssicherung ausgelegten Waldwirtschaft zuträglich ist.  Das Wort „Nachhaltigkeit“ kommt aus der Forstwirtschaft: Vom Ertrag und nicht von der Substanz leben! In den vergangenen Jahren ist mit der Nutzung von Holz als Energielieferant für Strom und Wärme ein neuer, sehr stark steigender Nachfrager für Waldholz hinzugetreten. Daraus entsteht eine Nutzungskonkurrenz. Das heißt, dass um den Einsatz der verfügbaren Holzvorräte längst ein Kampf entbrannt ist.

Mit der politisch motivierten Lenkung der Rohstoffströme hin zur Verbrennung von Holz werden bisherige, traditionelle Holzeinsatzzwecke in der Bau-, Säge-, Holzwerkstoff- und Papierindustrie und deren rohstoffliche Basis am Standort Bayern gefährdet. Die finanziellen Anreize u.a. aus dem Erneuerbaren Energiegesetz greifen in den Markt ein und führen zu einer künstlichen Verteuerung und Verknappung des Holzangebotes. Das schädigt nachhaltig die Wettbewerbsfähigkeit der bayerischen und deutschen Papierindustrie.

Mobilisierung des Privatwaldes

Wir setzen uns dafür ein, dass die im geringen Umfang noch bestehenden Reserven für die Holzernte, die im Privatwald zu sehen sind, kurzfristig gehoben werden. Wir unterstützen das Cluster Forst und Holz ausdrücklich in seiner Strategie, bisher nicht bewirtschaftete Flächen des Privatwaldes sukzessive für die Wald- und Forstwirtschaft zu gewinnen. Verläuft diese Mobilisierung erfolgreich, so könnte dies zu einer gewissen Entlastung des Engpasses in der Holzversorgung beitragen.

Bewirtschafteter Wald ist aktiver Umweltschutz

Hier geht´s zum Forst-Film von proHolz Bayern

Forst-Film von proHolz Bayern
Forst-Film von proHolz Bayern
Forst-Film von proHolz Bayern

Nachhaltigkeit in der Bayerischen Papierindustrie

Die Ausgangsmaterialien für Papier, Pappe und Karton entsprechen den ökologischen Leitgedanken der Nachhaltigkeit, der Ressourcenschonung und der Kreislaufwirtschaft. Der Begriff Nachhaltigkeit stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft und bedeutet „vom Ertrag leben, nicht von der Substanz“. Nachdem Holz der Ausgangspunkt für die Papierherstellung darstellt, gilt dieser Leitsatz uneingeschränkt auch für die Papierindustrie. Unser Rohstoff ist aber nicht nur nachwachsend, er ist auch wiederverwertbar. Das Altpapierrecycling ist heute mengenmäßig die wichtigste Rohstoffquelle für die Herstellung von Papier, Pappe und Karton.

Die Anforderungen des Handels und der Konsumenten werden immer individueller, weshalb es maßgeschneiderter Produktlösungen sowohl auf Papier- als auch auf Kunststoffbasis bedarf. So schützen Barrierefolien aus Kunststoff Aroma und Geschmack, verhindern das Austrocknen und Verderben von Lebensmitteln und sorgen für eine längere Haltbarkeit von Frischeprodukten. Auch gebrauchte Kunststoffverpackungen gelten längst nicht mehr als Abfall. Sie sind ein wertvoller Rohstoff, werden gesammelt, sortiert, gereinigt und für neue Produkte aufbereitet. Der Überschuss aus der Produktion wird in den Betrieben sofort wieder zu neuem Granulat, dem Rohstoff der Kunststoffverarbeitung, recycelt. Seit einigen Jahren werden zudem Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen eingesetzt.

Unsere Industrie entwickelt sich ständig weiter. Mit unseren modernen Produktionsverfahren reduzieren wir bei gleichbleibender Qualität unserer Produkte zunehmend den Materialeinsatz und schonen so nachhaltig unsere Ressourcen.

EU-Einwegkunststoffrichtlinie: Wirtschaftsminister bezieht Position

Der Bayerische Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie setzt sich in seinem Schreiben vom 08.07.2020 dafür ein, dass Papierprodukte auch weiterhin von der EU-Einwegplastik-Richtlinie unberührt bleiben. Es gelte die Gefahr abzuwenden, dass durch missverständliche Formulierungen in der entsprechenden Leitlinie bestimmtes Papier bzw. Holzfasern im Ergebnis zu Einwegkunststoff umdefiniert werden könnten. 

Das vom Staatsminister Hubert Aiwanger unterzeichnete Schreiben wurde ausgesandt an Bundesumweltministerin Schulze, EU-Kommissar Thierry Breton (Binnenmarkt), EU-Kommissar Virginijus Sinkevicius (Umwelt), Bundeswirtschaftsminister Altmaier sowie Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner. Vorangegangen war ein intensiver Austausch von BayPapier mit dem Referat für Grundsatzfragen der Industrie im Wirtschaftsministerium. Nach aktuellem Stand wird die zunächst für den 16.07.2020 festgelegte Schlussberatung der Kommission aufgrund der Vielzahl von Einwendungen nun auf die Zeit nach der Sommerpause verschoben. Das Schreiben stellen wir auf Anforderung zur Verfügung über unsere Teamassistentin Simone Ritschl.

 Simone Ritschl
Simone Ritschl
Teamassistentin

Daten­schutz­ein­stellungen

Diese Webseite nutzt externe Komponenten, wie z.B. Karten, Videos oder Analysewerkzeuge, welche alle dazu genutzt werden können, Daten über Ihr Verhalten zu sammeln. Dabei werden von den externen Komponenten ggf. auch Cookies gesetzt. Die Einwilligung zur Nutzung der Komponenten können Sie jederzeit widerrufen.
Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung