BayPapier-Hauptgeschäftsführer Dr. Thorsten Arl und der Leiter Kommunikation & Bildung Patrick Zens besuchten gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten Florian Oßner (CSU), Haushaltsobmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, das Papierwerk Landshut Mittler in Wörth a.d. Isar. Empfangen wurden sie von Günther Berninghaus, geschäftsführender Gesellschafter und zugleich Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Bayerischen Papier, Pappe und Kunststoff verarbeitenden Industrie e.V, sowie dessen Sohn Daniel Berninghaus, der mittlerweile ebenfalls als geschäftsführender Gesellschafter Verantwortung im Unternehmen trägt.
Das Papierwerk Landshut Mittler blickt auf eine jahrzehntelange Tradition seit der Gründung im Jahr 1914 zurück und hat sich als leistungsfähiger Hersteller und Innovationsführern für Entwicklung, Design und Produktion von Faltschachteln für die Pharma-, Kosmetik- und Gebrauchsgüterindustrie mit rund 130 Mitarbeitenden etabliert. Mit modernen Produktionsanlagen, einem hohen Qualitätsanspruch und einer konsequenten Ausrichtung auf Nachhaltigkeit steht das familiengeführte Unternehmen für die Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit des industriellen Mittelstands.
Im Mittelpunkt des Austauschs standen die aktuellen Herausforderungen für familiengeführte Industrieunternehmen. Im Namen vieler mittelständischer Familienunternehmen sprach Günther Berninghaus insbesondere die Unternehmensnachfolge an. Sollte infolge eines erwarteten Urteils des Bundesverfassungsgerichts eine Reform der Erbschaftsteuer erforderlich werden, dürfe die bewährte Verschonungsregel für Betriebsvermögen keinesfalls abgeschafft werden. Andernfalls drohe insbesondere familiengeführten Unternehmen ein Ausverkauf des deutschen Mittelstands. Florian Oßner unterstrich, dass die CDU/CSU-Bundestagsfraktion die Verschonungsregel als unverzichtbar betrachte und sich klar hinter die Interessen des Mittelstands stelle.
Ein weiteres zentrales Thema war die zunehmende Bürokratiebelastung. Berninghaus kritisierte, dass insbesondere mittelständische Unternehmen durch immer neue gesetzliche Vorgaben überproportional belastet würden. Neben der europäischen Verpackungsverordnung (PPWR) und der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) nannte er unter anderem auch das Hinweisgeberschutzgesetz. Besonders kritisch bewertete Berninghaus die geplante Umsetzung der europäischen Entgelttransparenzrichtlinie in deutsches Recht. Er befürchtet eine erhebliche zusätzliche Bürokratie, eine Schwächung tarifvertraglicher Strukturen sowie eine faktische Einführung von Mitbestimmungsstrukturen durch die Hintertür. Florian Oßner teilte diese Einschätzung und verwies auf den engen Austausch mit dem wirtschaftspolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Andreas Lenz. Gemeinsam setze man sich dafür ein, dass die Richtlinie nicht in der derzeit vorgesehenen Form umgesetzt werde.
BayPapier-Hauptgeschäftsführer Dr. Thorsten Arl ergänzte weitere branchenspezifische Handlungsfelder, um die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie nachhaltig zu stärken. Als Beispiel nannte er die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, deren Kosten die deutschen Unternehmen inzwischen mit mehr als 80 Milliarden Euro jährlich belasteten – deutlich stärker als Unternehmen in den europäischen Nachbarstaaten. Zur Entlastung müssten daher verschiedene Reformoptionen ergebnisoffen diskutiert werden, etwa die Einführung von Karenztagen oder die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung.
MdB Florian Oßner stimmte den Unternehmens- und Branchenvertretern in vielen Punkten zu. Gerade jetzt gelte es, den vorhandenen Reformwillen zu nutzen und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen konsequent auf Wachstum, Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit auszurichten. Nur eine international wettbewerbsfähige Wirtschaft könne langfristig die Grundlage für Wohlstand und die Finanzierung der hohen sozialen Standards in Deutschland sichern. Ein Rundgang durch das Werk, bei dem sich der Bundestagsabgeordnete ein Bild von den modernen Produktionsprozessen und der Leistungsfähigkeit des Unternehmens machen konnte, rundete den politischen Dialog ab.
Foto: Die Teilnehmer des Pol. Dialoges mit MdB Florian
Oßner beim Papierwerl Landshut Mittler
Anmerkung: Am Tag nach dem Politischen Dialog gaben die Spitzen der Bundesregierung ein groß angelegtes Reformpaket bekannt, in dem u.a. die Vorschläge der Rentenkommission umgesetzt werden, die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung sowie die Attestpflicht ab dem 1. Krankheitstag angekündigt wurde. Diese Maßnahmen werden ausdrücklich begrüßt.
