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Kreislaufwirtschaft in der Praxis: MdL Barbara Fuchs zu Gast bei WEIG Packaging

Wie Kreislaufwirtschaft in der Papier- und Verpackungsindustrie bereits heute gelebt wird und welche politischen Rahmenbedingungen Unternehmen für die weitere Transformation benötigen, stand im Mittelpunkt eines von BayPapier organisierten Besuches der wirtschaftspolitischen Sprecherin der Grünen-Fraktion im Bayerischen Landtag, Barbara Fuchs, bei der WEIG Packaging GmbH & Co. KG in Emskirchen.

Neben Dr. Thorsten Arl, Hauptgeschäftsführer von BayPapier, und Patrick Zens, Leiter Kommunikation & Bildung waren auf Seiten von WEIG dabei: Roland Rex, Geschäftsführer der WEIG Holding, Fabian Kopp, Werkleiter von WEIG Packaging in Emskirchen, Dr. Marina Maier, Nachhaltigkeitsmanagerin der WEIG Holding, Dr. Frank Steineke, HR-Leiter der WEIG Holding, sowie Dr. Jens Zeyer, Director Corporate Marketing & Communications der WEIG Holding.

WEIG verbindet Altpapierrecycling, Papier- und Kartonherstellung sowie die Weiterverarbeitung zu Verpackungen und Faltschachteln innerhalb einer integrierten Wertschöpfungskette. Rund 94 Prozent des eingesetzten Rohstoffs in der Papierproduktion stammen aus Altpapier, lediglich rund sechs Prozent aus Frischfasern. Kreislaufwirtschaft ist in der Papierindustrie längst kein Zukunftsmodell, sondern gelebte industrielle Praxis. Durch die Rückführung von Altpapier werden natürliche Ressourcen geschont und Rohstoffkreisläufe geschlossen. Auch bei der Produktion selbst spielt Ressourceneffizienz eine wichtige Rolle. Prozesswasser wird aufbereitet und wieder eingesetzt, während anfallende Abwärme zur Wärmeversorgung genutzt wird.

Die Papier- und Verpackungsindustrie investiert seit Jahren in effiziente Prozesse, Recycling, Energieeinsparung und neue Technologien. Damit diese Entwicklung fortgesetzt werden kann, brauchen die Unternehmen allerdings verlässliche und praxistaugliche Rahmenbedingungen.

Eine zentrale Herausforderung bleibt die Energieversorgung. Der Umstieg auf klimafreundlichere Energieträger kann nur gelingen, wenn entsprechende Energiequellen und Infrastrukturen tatsächlich verfügbar sind. Auch bei der Elektromobilität zeigt sich die Bedeutung dieser Rahmenbedingungen: Bei WEIG sind bereits E-Lkw im internen Transport im Einsatz. Für Transporte zwischen den Werken fehlen jedoch teilweise noch die notwendigen Lade- und Netzinfrastrukturen. Aus Sicht von BayPapier gilt daher: Unternehmen können die Transformation vorantreiben – dafür brauchen sie aber Planungssicherheit, Verlässlichkeit und eine Infrastruktur, die mit den politischen Zielsetzungen Schritt hält.

Das gilt vor allem auch für die Ausgestaltung des europäischen Emissionshandels. Die geplante Reduzierung bei der Zuteilung kostenloser ETS-Zertifikate stellt die Unternehmen vor zusätzliche wirtschaftliche Herausforderungen. Zwar sieht der Plan eine gewisse Kompensation vor. Diese greift aber nur, wenn die Unternehmen zusätzliche Investitionen zur Reduzierung von Emissionen aufbringen. Das können die Betriebe aufgrund historischer hoher Energiekosten nicht leisten. Deshalb fordern wir, die verlangsamte Reduzierung von ETS-Zertifikate von der Investitionspflicht zu entkoppeln. Das gilt umso mehr, als realistische Alternativen für Investitionsmöglichkeiten in eine klimafreundlichere Energieversorgung, z.B. aufgrund fehlender Netzinfrastruktur, oftmals nicht zur Verfügung stehen.

Im Gespräch wurde deutlich, dass WEIG von der Politik vor allem Verhältnismäßigkeit und Investitionssicherheit erwartet. Neue gesetzliche Vorgaben müssen so ausgestaltet sein, dass sie in der betrieblichen Praxis auch umsetzbar sind. Dazu gehören aus Sicht des Unternehmens auch konkrete Entlastungen für den Mittelstand. Genannt wurden unter anderem die Senkung der Lohnnebenkosten sowie eine wöchentliche statt einer täglichen Höchstarbeitszeit, die mehr Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung ermöglichen könnte.

Neben Energie, Regulierung und Nachhaltigkeit wurde beim Besuch ein weiteres Thema deutlich: Die Transformation der Industrie braucht qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Papier- und Verpackungsindustrie bietet vielfältige und anspruchsvolle Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten. Umso wichtiger ist es, die Attraktivität der dualen Berufsausbildung wieder stärker ins Bewusstsein junger Menschen, ihrer Eltern und auch der Öffentlichkeit zu rücken.

Für BayPapier ist die Nachwuchsgewinnung deshalb ein zentrales Anliegen. Der Verband engagiert sich mit einer bundesweit angelegten Nachwuchskampagne der Landesarbeitgeberverbände dafür, die Chancen und Perspektiven der Branche sichtbarer zu machen und mehr junge Menschen für Berufe in der Papierindustrie zu begeistern.

Kreislaufwirtschaft in der Praxis: MdL Barbara Fuchs zu Gast bei WEIG Packaging
Dr. Thorsten Arl
Dr. Thorsten Arl
Hauptgeschäftsführer • Syndikusrechtsanwalt

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