Im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie in München fand ein intensiver Austausch zwischen Vertretern der bayerischen Papier- und Verpackungsindustrie und dem Ministerium statt. Im Mittelpunkt des Branchengesprächs standen die aktuelle wirtschaftliche Lage der Branche, zentrale Herausforderungen wie zu hohe bürokratische Anforderungen und Energiekosten sowie auch perspektivische Möglichkeiten für die Zukunft durch den Einsatz von humanoiden Robotern, die durch Technologierführerschaft die Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Vergleich wieder stärken können.
Dr. Sabine Jarothe, Amtschefin des StMWI, begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und betonte die Bedeutung der Industrie als tragende Säule des Wirtschaftsstandorts Bayern. Seitens des Ministeriums nahmen zudem Dr. Philipp Brodbeck und Dr. Franz Reiter teil. Die Industrie war ebenfalls hochrangig vertreten: Günther Berninghaus (Vorstandsvorsitzender VBPV, Papierwerk Landshut Mittler), Jürgen Schaller (Vorstandsvorsitzender VBP, Carl Macher), Jan Wohlbold (FRIPA), Andreas Eyd (Kolb Wellpappe), Ludwig Kohler (Büttenpapierfabrik Gmund), Marco Knobloch (Easy2Cool) sowie Dr. Thorsten Arl, Markus Erlewein und Patrick Zens (BayPapier).
BayPapier-Hauptgeschäftsführer Dr. Thorsten Arl eröffnete die inhaltliche Diskussion mit einer Einordnung der Branche und ihrer aktuellen wirtschaftlichen Situation. Er machte deutlich, dass die Entwicklung der deutsche Papier- und Verpackungsindustrie aktuell hinter dem europäischen Branchendurchschnitt hinterherhinkt. Hier zeigt sich einmal mehr, dass es dringend Verbesserungen bei den Rahmenbedingungen für energieintensive Industrie braucht. Als Reaktion darauf kündigte er eine gemeinsame Resolution des Verband Bayerischer Papierfabriken zusammen mit der Gewerkschaft IGBCE an den bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger auf, um die politisch Verantwortlichen wach zu rütteln.
Im Anschluss stellte Dr. Sabine Jarothe Maßnahmen und Unterstützungsmöglichkeiten des Ministeriums vor und unterstrich die Bereitschaft, die Transformation der Industrie aktiv zu begleiten. In erster Linie sieht sie Möglichkeiten bei Maßnahmen zur Energieeffizienz bis zu 15% zu fördern sowie bei Technologie- und Innovationsentwicklung über bayerische Förderprogramme auch darüber hinaus zu gehen.
In der darauffolgenden Diskussionsrunde brachten die Branchenvertreter ihre zentralen Anliegen klar zur Sprache:
Ein perspektivisches Thema für die Zukunft der Branche besetzten die Branchenvertretern mit der Thematik des Einsatzes von humanoider Robotik. Darin sehen sie eine innovative Möglichkeit, um bei der Wettbewerbsfähigkeit wieder aufzuholen, wenn man in der Thematik eine Vorreiterrolle übernehmen würde. Dazu braucht es nun ein Vernetzungsformat, um Hersteller, Forschung sowie Kunden aus der Industrie an einen Tisch zu bringen und die humanoide Robotik schnellstmöglich marktreif zu entwickeln.
Das Branchengespräch hat einmal mehr gezeigt, dass Politik und Industrie eng zusammenarbeiten müssen, um die Zukunftsfähigkeit der Papier- und Verpackungsindustrie in Bayern zu sichern. Beide Seiten bekräftigten ihren Willen, sich gemeinsam für bessere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen einzusetzen und die Transformation der Branche aktiv zu gestalten.
Foto: Die Teilnehmer des Branchengesprächs im Wirtschaftsministerium aus Verband und Industrie
