Der Verband Bayerische Papierfabriken e.V. war Teil des Politischen Dialogs „Zirkuläre Bioökonomie: Europas Weg zu einer nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Wirtschaft“ in der Bayerischen Landesvertretung in Brüssel. Die Veranstaltung wurde von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) gemeinsam mit der Vertretung des Freistaats Bayern bei der Europäischen Union organisiert und auch maßgeblich von der deutschen Papierindustrie um den Bundesverband „Die Papierindustrie“ unterstützt.
In seiner Keynote betonte der Staatssekretär im Bayerischen Wirtschaftsministerium, Tobias Gotthardt MdL die große Bedeutung funktionierender Kreislaufwirtschaften für einen wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Wirtschaftsstandort Europa. Besonders hob er die Papierindustrie als gelungenes Beispiel gelebter Kreislaufwirtschaft hervor und sprach sich für einen starken Papierwirtschaftsstandort Bayern aus. Für die Papierindustrie machte Maximilian Heindl, Präsidiumsmitglied des Verbandes DIE PAPIERINDUSTRIE und CEO der Progroup AG, deutlich: „Für ein ressourcenarmes Europa sind eine starke Bioökonomie und ein belastbarer Binnenmarkt entscheidend. Die Papier- und Zellstoffindustrie ist ein Kernsektor dieser Bioökonomie. Papier ist eines der ältesten und erfolgreichsten Kreislaufprodukte überhaupt.“
Im Rahmen der Podiumsdiskussion betonte Jürgen Schaller, Vorstandsvorsitzender von BayPapier und geschäftsführender Gesellschafter der Carl Macher GmbH & Co. KG, dass die Papierindustrie seit Jahrhunderten gelebte Bioökonomie praktiziert. Die Branche basiert auf nachwachsenden Rohstoffen, integriert Stoffkreisläufe konsequent in ihre Produktion und setzt Recyclingfasern bereits seit Jahrzehnten im industriellen Maßstab ein. An der Diskussion beteiligten sich außerdem Agata Kotkowska von der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission, Dr. Marina Crnoja-Cosic, Präsidentin der European Technology Platform for the Future of Textiles and Clothing (Textile ETP), sowie Matthias Held, Director Public Affairs Germany bei UPM. Moderiert wurde die Veranstaltung von Jan Diesteldorf, Brüssel-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung.
Ein zentrales Thema der Diskussion war die Bedeutung von Altpapier als strategischem Rohstoff für die europäische Kreislaufwirtschaft. Die deutsche Papierindustrie erreicht mit einer Altpapiereinsatzquote von 84 Prozent international Spitzenwerte. Vor diesem Hintergrund wurde gefordert, Handelshemmnisse abzubauen und einen funktionierenden europäischen Binnenmarkt für Altpapier – einen „Schengen-Raum für Altpapier“ – zu schaffen. Ebenso wurde die Bedeutung einer nachhaltigen Holzversorgung für eine funktionierende Bioökonomie hervorgehoben. Holz und Recyclingfasern seien zwei Seiten derselben Medaille: Nur mit einer verlässlichen Versorgung mit Frischfasern könne der Papierkreislauf dauerhaft funktionieren. Dabei müsse die stoffliche Nutzung von Holz, wo immer möglich, Vorrang vor der energetischen Verwertung haben.
Die Veranstaltung machte deutlich: Die Papierindustrie leistet mit ihren geschlossenen Stoffkreisläufen, dem Einsatz biogener Rohstoffe und innovativen Recyclingprozessen einen wichtigen Beitrag zu Klimaschutz, Ressourceneffizienz und europäischer Wettbewerbsfähigkeit.
FotoDie Vertreter der Verbände DPI und BayPapier sowie die Vertreter der ausstellenden Unternehmen bei der Veranstaltung
