Die bayerische Papierindustrie setzt ihren offenen und lösungsorientierten Austausch mit der Politik fort. Nach dem Werksbesuch von Siegfried Walch (MdB, CSU) bei der Papierfabrik Hamburger Rieger in Trostberg im Herbst fand nun auf seine Einladung hin ein vertiefendes Gespräch in Berlin statt. Mit dabei war auch sein Fraktionskollege Christian Moser (MdB, CSU), umweltpolitischer Sprecher der CSU-Landesgruppe. Von Seiten des Verbandes Bayerischer Papierfabriken e.V. (VBP) nahmen Jürgen Schaller (Carl Macher GmbH, Vorstandsvorsitzender VBP), Georg Voit (Hamburger Rieger, Vorstandsmitglied VBP), Dr. Thorsten Arl (Geschäftsführer VBP), Patrick Zens (Referent VBP) sowie Christoph Baller (Leiter Public Affairs beim Bundesverband Die Papierindustrie e.V.) teil.
Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die aktuellen Herausforderungen der Branche – insbesondere die hohen Energiepreise, die Wettbewerbsfähigkeit der Standorte sowie die Belastung durch Bürokratie. Jürgen Schaller betonte, dass die anhaltend hohen Energiekosten eine ernste Gefahr für die Produktionsstandorte und ihre Beschäftigten darstellen. Dr. Arl ergänzte, dass stabile und verlässliche Rahmenbedingungen Voraussetzung seien, um in die Transformation und Dekarbonisierung investieren zu können.
Die Vertreter des Verbandes sprachen sich für ein kurzfristiges Belastungsmoratorium sowie einen entschlossenen Bürokratieabbau aus, der Genehmigungsverfahren beschleunigt und Investitionen erleichtert. Christoph Baller verwies auf die vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) vorgelegte Sammlung konkreter Vorschläge, die zeigen, wie Entlastung und Effizienzsteigerung gelingen können.
Die Abgeordneten Walch und Moser würdigten das Engagement der Papierindustrie und sicherten zu, dass die Anliegen der Branche in aktuelle politische Prozesse einfließen. Auf EU-Ebene werde insbesondere im Rahmen des sogenannten Umwelt-Omnibusses an Entlastungen gearbeitet; national stünden Themen wie Netzentgelte, Strompreiskompensation und der Pakt für Planungsbeschleunigung im Fokus. Ziel sei es, spürbare Verbesserungen für die Industrie zu erreichen.
Einigkeit bestand darüber, dass eine konsistente, industrieorientierte Politik nur im Schulterschluss zwischen Wirtschaft und Politik gelingen kann. Dazu gehöre auch, die Zukunftsfähigkeit von Familienunternehmen zu sichern und Planungs- sowie Investitionssicherheit zu schaffen.
Alle Beteiligten betonten, den Dialog fortzusetzen und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, die den Industriestandort Deutschland stärken. Ein wettbewerbsfähiger Energiepreis und der konsequente Abbau bürokratischer Hürden wurden als zentrale Hebel identifiziert.
Foto v.l.n.r.: Georg Voit, Jürgen Schaller, MdB Siegfried Walch, MdB Christian Moser, Dr. Thorsten Arl, Patrick Zens, Christoph Baller
