Faserholz


Rohstoff Holz


Die deutsche Zellstoff- und Papierindustrie hat im Jahr 2009 insgesamt  10 Millionen Fm Holz eingesetzt. Davon waren 4 Millionen Fm Sägenebenprodukte und 6  Millionen Fm Waldholz.
In Bayern werden etwa 2 Millionen Fm Waldholz für die Papier-und Zellstoffproduktion beschafft. Davon sind ca. 80 % Fichte und 20 % Buche. Die Unternehmen in den angrenzenden Ländern Baden-Württemberg, Thüringen und Österreich kaufen etwa 500 000 Fm Fichte in Bayern.

Insgesamt produziert die deutsche Papierindustrie über 24 Millionen Tonnen Papier und Zellstoff im Jahr. Sie ist der größte Hersteller in Westeuropa. Der Rohstoff Holz spielt dabei eine zentrale Rolle.

Die Papierindustrie achtet den Gedanken des Umweltschutzes auch beim Holzeinkauf. Das Prinzip der nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder wird auch von der Papier- und Zellstoffindustrie gefördert. Im Umweltpakt Bayern hat sie sich verpflichtet,  den Rohstoff Holz ausschließlich aus zertifizierten Wäldern zu beziehen.

Der Rohstoff Holz wird vorwiegend für die Produktion von graphischen Papieren eingesetzt. Das Faserholz hat einen Anteil von etwa 30 % im Rohstoffmix. Mechanisch zerfasertes Holz liefert eine hohe Ausbeute an Fasern und Feinstoffen, die frische Holzfaser ist damit maßgebend für die Blattbildung auf der Papiermaschine. Die chemisch aufgeschlossene Faser (Zellstoff) ist lang und unbeschädigt, also wichtig für Reiß- und Zugfähigkeit des Papiers. Von diesen Eigenschaften hängt wiederum die Eignung für den Druckprozess ab.

Verband Bayerischer Papierfabriken e.V. (VBP)
München  2010

 

Verbrennen von Holz ist Verschwendung

Brüssel/ Bonn, 30. Januar 2007 - Laut einer aktuellen europaweiten Studie der Pöyry Forest Industrie Consulting liegt die Wertschöpfung von Holz bei der Verarbeitung zu Papier um den Faktor 4 höher als bei der Verwertung von Holz als Brennmaterial. Bei der Beschäftigung liegt der Faktor sogar sechs mal höher. Die vom Verband der Europäischen Papierindustrie CEPI in Auftrag gegebene Studie wurde anlässlich der heute unter der Schirmherrschaft der Europäischen Union beginnenden European Union Sustainable Energy Week EUSEW (http://www.eusew.eu/) vorgestellt.

"Die allgemeine Bioenergie-Euphorie darf wirschaftliche Realitäten nich vernachlässigen", erklärte er Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Papierfabriken, Klaus Windhagen, anlässlich der Vorstellung der Studie. "Bevor Holzfasern verbrannt werden, lassen sich noch ein paar wertvolle Dinge daraus herstellen, zum Beispiel Papier, Holzwerkstoffe oder Möbel. Das Verbrennen von Holz ist Verschwendung von Ressourcen." Windhagen kritisierte in diesem Zusammenhang, dass die derzeitige steuerliche Förderung erneuerbarer Energien in Deutschland zum vermehrten Einsatz wertvollen Rohholzes als Brennmaterial führe. Dies führe zu einer künstlichen Verknappung von Holz als Rohstoff für den stofflichen Einsatz.

Berücksichtigt werden muss nach Ansicht der Papierindustrie, dass die Branche Teil einer langen Wertschöpfungskette ist, die über Druck und Verpackung bis zum Endkonsumenten führt und durch ein intensives Recycling mehrfach verlängert wird. Pöyry Forest Industry Consulting hat ausgerechnet, dass bei Ausdehnung des Rechenmodells auf die nachgelagerten Stufen der Vorsprung der Papierproduktion den Faktor 8 bei der Wertschöpfung und den Faktor 13 bei der Beschäftigung erreicht.

Die Studie ist verfügbar unter: http://www.cepi.org/content/shownewsitem.asp?Level0-551&Level1=1383&Pageid=11560&year=now.
bzw. anbei die Grafik als Download.