Energie

Die deutsche Papier- und Verpackungsindustrie hat durch High-Tech-Standards bereits eine exzellente Energieeffizienzstufe erreicht. Trotzdem: sie bleibt eine energieintensive Industrie, die auf die Stabilität der Stromnetze angewiesen ist. Eine Herausforderung, gerade für Bayern, wo bis 2011 2/3 des Stroms durch Kernkraft erzeugt wurden.

Unsere Kernthesen zur Energie:

Wohlstand trotz Energiewende sichern!

Ohne eine sichere und vor allem international wettbewerbsfähige Stromversorgung steuert Bayern absehbar einer Deindustrialisierung entgegen, mit erheblichen Wohlstands- und Arbeitsplatzverlusten. Die Energieintensiven Industrien setzen sich für eine Lösung im europäischen Kontext ein, die den Sicherheitsbedürfnissen der Bevölkerung gerecht wird und wirtschaftlich tragfähig ist.

Kernziel: Versorgungssicherheit

Für Bayern stellt die Energiewende eine besonders große Herausforderung dar: Mit Abschaltung der Kernkraftwerke entfallen 2/3 der bisherigen Stromerzeugung. Zugleich haben wir in Bayern mit der Papier-, Chemie- und Glasindustrie einen besonders hohen Anteil von energieintensiven Industrien mit sehr hoher Wertschöpfung. Bayern wird nach Abschaltung der Grundlastkraftwerke (Kernkraftwerke) nicht mehr in der Lage sein, seinen Strombedarf durch eigene Erzeugungskapazitäten zu decken. Hinzu kommen zahlreiche technische Herausforderungen wie die bisher ungelöste Sicherstellung der Netzstabilität, um Produktionsprozesse vor plötzlichen Spannungsabfällen zu schützen. Bereits Stromausfälle im Millisekundenbereich können in unseren High-Tech-Anlagen zum Produktionsabriss führen und Schäden in Millionenhöhe verursachen. Wir brauchen daher einen Masterplan für eine schrittweise und geordnete Umsetzung der Energiewende. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien muss Hand in Hand gehen mit der Verfügbarkeit von Spitzenlastkraftwerken, Leitungs- und Speicherkapazitäten. Nur so kann das energiepolitische Zieldreieck aus Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Umweltfreundlichkeit wieder ins Gleichgewicht gebracht werden.

Energieeffizienz als Lösung

In der deutschen Papierindustrie konnte der spezifische Energieeinsatz zur Produktion von einer Tonne Papier durch kontinuierliche Prozess- und Maschinenverbesserungen von 1955 bis 2010 um 63% auf 3.066 kWh/t gesenkt werden. Unsere Unternehmen haben nach einer Studie des RWI (Energieeffizienz in der energieintensiven Industrie in Deutschland. RWI, Nov. 2010) bereits im Branchendurchschnitt zu 94% den Stand der Technik erreicht. Dieser hohe Standard eröffnet nur noch geringe Spielräume nach oben.

Innovationen statt ausufernder Strom- und Energiesteuer

Im Rahmen ihres letzten „Sparprogramms“ hat die Bundesregierung die Strom- und Energiesteuer für Produktionsbetriebe massiv erhöht – für einzelne unserer Mitglieder hat sich die Steuerbelastung verdoppelt. Solche Steuererhöhungen nach politischer Kassenlage sind Gift für den Standort.
Um international wettbewerbsfähig zu bleiben, benötigt die Papierindustrie regelmäßig Investitionen in moderne Produktionsanlagen. Da diese Investitonen  sich oft erst in Jahrzehnten amortisieren, ist Planungssicherheit für die Papierindustrie ein zentraler Faktor.
Derzeit gilt die Steuerentlastung für Unternehmen gem. § 54 EnergieStG bzw. §9b StromStG jeweils nur für einen Zeitraum von zwei Jahren und kann in Abstimmung mit der EU-Kommission für weitere zwei Jahre verlängert werden – mit dem Damoklesschwert einer weiteren Erhöhung.
Die dringend erforderliche Planungssicherheit für Investitionen schafft diesbezüglich nur die Aufnahme der Prozesse der Papierherstellung in den Katalog der begünstigten Prozesse und Verfahren nach § 51 EnergieStG und § 9a StromStG.