Arbeit und Soziales

Fachkräftemangel, demografischer Wandel, Bildungslücken - auch die bayerische Papier- und Verpackungsindustrie ist von diesen Problemen direkt betroffen. Wir stellen uns den Herausforderungen mit konkreten Maßnahmen, denn wir wollen unseren Mitarbeitern auch weiterhin hochinteressante und vor allem zukunftssichere Beschäftigungsmöglichkeiten bieten können.

Fachkräftesicherung

Die Fachkräftesicherung ist eine der großen Herausforderungen für die Papier- und Verpackungsindustrie. Die hoch technisierte Produktion verlangt in immer stärkerem Maße gut ausgebildete Fachkräfte in den Technikberufen der Papier- und Verpackungsindustrie.

 

In der Vergangenheit haben sich die bayerischen Papierverbände in Kooperation mit den Dachverbänden für eine hervorragende technische Ausstattung der maßgeblichen Ausbildungsstätten und Hochschulen eingesetzt. Das reicht heute nicht mehr.

 

Heute sind zusätzlich besondere Anstrengungen im Personalmarketing gefragt, um Jugendliche und interessierte Studierende erst einmal auf die Branche und ihre hochinteressanten und vor allem zukunftssicheren Beschäftigungsmöglichkeiten aufmerksam zu machen. Wir haben daher mit „Karriere Papier & Verpackung“ eine Initiative gestartet zur Nachwuchsgewinnung. Hier können sich Jugendliche sich nicht nur über die Berufe der Papier- und Verpackungsindustrie informieren, sondern auch das passende Unternehmen für Ihre Ausbildung in unserer Branche finden.

 

Um Schülern unsere Branche näher zu bringen, beteiligen wir uns zudem am Projekt Technik-Scouts des bayerischen Wirtschaftsministeriums. Hier loben wir einen Sonderpreis aus für Technikberufe der Papier- und Verpackungsbranche. 

Studien- und Ausbildungswahl

Wir sehen den dringenden Bedarf, das Thema Wirtschaft in den Schulen zu intensivieren, insbesondere die Berufs- und Studienorientierung der Schüler stärker zu thematisieren. Projekte zur Berufs- und Studienwahl sollten für alle allgemeinbildenden Schulen fester Bestandteil der Abschlussjahrgänge sein. Dabei muss das Ziel darin liegen, den Schülern das große Spektrum von attraktiven Berufen auch jenseits der bekannten Massenbranchen aufzuzeigen.

Schwächeren Schülern eine Chance bieten

Unsere Mitgliedsunternehmen stützen insbesondere auch schwächere Berufsschüler durch ergänzenden betrieblichen Unterricht. Denn wir können es uns nicht länger leisten, die scheinbar weniger begabten Schüler ohne abgeschlossene Berufsausbildung in das Arbeitsleben zu entlassen. Jeder Schüler ohne Schulabschluss, jeder Auszubildende ohne Berufsabschluss ist einer zu viel. Daher sollten gezielt mehr zweijährige Ausbildungsberufe eingeführt werden.

Zeitarbeit nicht antasten

Arbeitnehmerüberlassung hat sich als flexibles und für viele Unternehmen unverzichtbares Personalinstrument erwiesen. Die Arbeitnehmerüberlassung dient vielen Menschen, die sonst nur wenige Chancen haben die Arbeitslosigkeit zu überwinden, als stabile Brücke in die Beschäftigung. Diese Chancen würden wir nicht nutzen können, wenn die Zeitarbeit gesetzlichen Restriktionen ausgesetzt wäre.

Die positiven Arbeitmarktwirkungen der Zeitarbeit dürfen weder durch neue Regulierungen noch durch die Rücknahme früherer Arbeitmarktreformen gefährdet werden. Richtigerweise ist es Anfang 2011 nicht zu der diskutierten Einführung eines gesetzlich verpflichtenden Equal Pay mit einer zeitlich befristeten tarifvertraglichen Abweichungsmöglichkeit gekommen. Es liegt bei den Tarifpartnern der Zeitarbeitsbranche, gute Lösungen zu vereinbaren. Regelungen zur Entlohnung in der Zeitarbeit haben nicht in Branchentarifverträgen außerhalb der Zeitarbeit zu suchen.

Tarifpolitik bietet verlässliche Rahmenbedingungen

Der Branchentarifvertrag gibt Arbeitsverhältnissen einen verlässlichen Rahmen. Er entlastet die betrieblichen Arbeitsbeziehungen von Konflikten und erspart den Unternehmen erheblichen eigenen Aufwand bei der Gestaltung der Arbeitsbedingungen. Die Tarifpolitik ist ein Herzstück unserer Arbeit. In den vergangenen Jahren konnte wir durch moderate Entgeltabschlüsse und neue Öffnungsklauseln Beschäftigung sichern und Grundlagen für weiteres Wachstum schaffen.

Die Bayerischen Papierverbände setzen sich dafür ein, in Kooperation mit dem Sozialpartner Lösungen für die Herausforderungen des demografischen Wandels zu entwickeln.

 

Tarifautonomie – eine Erfolgsstory!

In den letzten Jahren haben moderate Tarifabschlüsse zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und zur Beschäftigungssicherung in der Krise wesentlich beigetragen. Die Tarifvertragsparteien sind besser als jeder andere in der Lage, die wirtschaftliche Situation in der jeweiligen Branche oder im betroffenen Unternehmen einzuschätzen und passende Regelungen zu vereinbaren. Es werden Arbeitsbedingungen verhindert, die von Unternehmen nicht verkraftet und in der Folge zum Wegfall von Arbeitsplätzen führen würden. Gleichzeitig ist die angemessene Beteiligung der Arbeitnehmer am wirtschaftlichen Erfolg sichergestellt.

Jede Form staatlicher Lohnfestsetzung greift in die Tarifautonomie ein. Durch gesetzliche Mindestlöhne wird das gesamte ausbalancierte Tarifgefüge aus dem Gleichgewicht gebracht. Die Bayerischen Papierverbände treten dafür ein, dass Entgelte und Arbeitsbedingungen nicht vom Staat vorgegeben, sondern von den Tarifvertragsparteien auf Augenhöhe verhandelt und vereinbart werden.