Papierindustrie wieder leicht optimistisch

Schaller: „Energiepolitik bleibt größte Herausforderung für Standort Deustchland“

München, 15.05.2014. Die Papierindustrie verzeichnete 2013 in Bayern und auch bundesweit einen Umsatzrückgang. Für 2014 ist der Branchenverband wieder vorsichtig optimistisch. „Die derzeit größte Herausforderung für den Produktionsstandort Deutschland stellt gewiss die Energiepolitik dar“, so Jürgen Schaller, Vorstandsvorsitzender des Verbandes Bayerischer Papierfabriken e. V., auf der Jahrestagung in München.

„Mengenmäßig ist die Branche in Deutschland 2013 nahezu stabil geblieben. Die Industrie produzierte 22,4 Millionen Tonnen Papier, was einem leichten Rückgang von 0,5 Prozent entspricht. Der Umsatz ging stärker zurück, nämlich um 2,3 Prozent auf 14,3 Milliarden Euro“, erklärte Schaller. Besonders betroffen war die bayerische Papierindustrie. Sie verzeichnete einen Umsatzrückgang von 8,9 Prozent. Grund dafür ist auch der mit 70 Prozent hohe Anteil grafischer Papiere am bayerischen Produktmix. Dieser Papiertyp, der für alle Arten von Printprodukten verwendet wird, stand im vergangenen Jahr wegen der elektronischen Medien besonders unter Druck, konnte aber 2014 wieder leicht zulegen. „Die bayerische Papierindustrie erzielte 2013 bei einer Produktion von 4,2 Millionen Tonnen Papier einen Jahresumsatz von 2,8 Milliarden Euro. Die Beschäftigtenzahl ist mit rund 7.300 Arbeitnehmern stabil“, fasste Schaller zusammen. Der Verbandschef blickt verhalten optimistisch in die Zukunft: „Die bayerische Papierindustrie ist mit leicht steigenden Produktionszahlen in das Jahr 2014 gestartet“.

Voraussetzung für eine weiterhin gute Entwicklung der Branche ist laut Schaller eine sichere und bezahlbare Energieversorgung: „Ohne die Besondere Ausgleichsregelung im Erneuerbare-Energien-Gesetz gäbe es in überschaubarer Zeit in Deutschland voraussichtlich keine nennenswerte Papierindustrie mehr. Wir erkennen an, dass die Regierungskoalition in Berlin die Bedeutung der Grundstoffindustrien für Wohlstand und Beschäftigung in Deutschland sehr wohl sieht und die Besondere Ausgleichsregelung gegenüber Einwänden aus Brüssel und von Nichtregierungsorganisationen erfolgreich verteidigt hat“, so Schaller. Er forderte aber ein klares Bekenntnis zum Stromnetzausbau: „Wenn in Bayern kein Grünstrom aus dem Norden ankommt, hilft uns auch die Besondere Ausgleichsregelung nicht weiter. Die Politik ist jetzt am Zug, ihre Ausbauplanung an der Novelle des EEG neu auszurichten.“

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