Presseinformation 22.06.2010

Umwelt und Wirtschaft profitieren von ökoeffizienten Papierprodukten

Umwelt-Staatssekretärin Melanie Huml

Mit diesem Statement lassen sich die Ergebnisse eines Projekts im Umweltpakt Bayern kurz zusammenfassen, die Umweltstaatssekretärin Melanie Huml, das projektleitende bifa-Umweltinstitut und Vertreter der Papierbranche am 12. April 2010 vorstellten. Neben Wellpappeverpackungen untersuchte die Studie Zeitungen, Kataloge, Bücher und Küchenrollen auf ihre Umweltwirkungen hin. Die Abschlussveranstaltung fand im Werk Feucht der Smurfit Kappa Verpackungen GmbH statt.

Die Ergebnisse überraschten in ihrer Deutlichkeit auch die Projektpartner. Selbst eine Milliarde Tageszeitungen, die zur Versorgung der bayerischen Leser jährlich produziert werden - tragen nur mit 0,2% zur Umweltbelastung bei, gemessen an alle Emissionen der bayerischen Bevölkerung. Und noch eine Überraschung: Würden alle Bayern ihre Zeitung im Internet lesen, entstünden dadurch erheblich höhere Umweltbelastungen! Ursache dafür ist insbesondere der oft unterschätzte Stromverbrauch der PCs und Server.

An diesem Ergebnis würde sich auch nichts ändern, wenn der Strom für die EDV aus Biomasse erzeugt würde. Staatssekretärin Huml betonte, "dass ein vorheriger Einsatz von Holz zur Papiererzeugung ökologisch deutlich vorteilhafter ist als dessen sofortige Verbrennung für Strom und Wärme." Denn Papierfasern können mehrfach recycelt werden, bevor sie verschlissen sind und dann zur Wärme- und Stromerzeugung eingesetzt werden.

„Der Recyclingkreislauf ist auf die Frischzellenkur in Form von neuen Holzfasern genauso angewiesen wie auf ausreichende Mengen hochwertigen Altpapiers“, so Dr. Thorsten Arl, Geschäftsführer der Bayerischen Papierverbände, die die Studie als Koinitiator begleiteten. Würde das Altpapierangebot verknappt, z.B. durch Einsatz als Brennstoff, hätte auch das negative Auswirkungen auf die Ökoeffizienz. „Als Rohstoff nutzbares Altpapier sollte daher nicht verbrannt werden!“, forderte Huml.

Die größten Potentiale zur weiteren Verbesserung der Umweltfreundlichkeit von Papierprodukten zeigten sich im Bereich der Energieeffizienz und Energieerzeugung. Die Nutzung von Rückständen aus der Altpapieraufbereitung zur Energieerzeugung in der Papierfabrik bietet größere Umweltvorteile als die Steigerung des Anteils Erneuerbarer Energien auf 33 % im öffentlichen Stromnetz. Ein weiterer erfolgversprechender Ansatzpunkt ist die Abgabe intern nicht mehr nutzbarer Abwärme an externe Verbraucher. Hierfür sind jedoch in der Praxis eine Reihe von Hürden zu nehmen - vielleicht ein Ansatzpunkt für zukünftige Projekte.