Presseinformation 25.02.2011

Branche auf Erholungskurs

Rohstoffsicherung zentrale Herausforderung der Papierverarbeitung

Die Papier, Pappe und Kunststoff verarbeitende Industrie in Bayern befindet sich deutlich auf dem Erholungskurs. Der Branchenumsatz stieg 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 11,7 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. „Das Vorkrisenniveau hat unser Industriezweig zwar noch nicht erreicht. Aber der Trend ist eindeutig. Im Vergleich zur bundesdeutschen Entwicklung unserer Branche war der Einbruch 2009 in Bayern wesentlich massiver. Das Aufholtempo ist dafür schneller. Der Umsatzanstieg in Bayern liegt deutlich über dem bundesweiten Wert von 6,6 Prozent“ erklärte Günther Berninghaus, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Bayerischen Papier, Pappe und Kunststoff verarbeitenden Industrie e. V. (VBPV), anlässlich der heutigen Jahrestagung des Verbandes am Tegernsee. Insgesamt erlöste die Branche bundesweit einen Umsatz von 17,5 Milliarden Euro.

Die Gründe für das rasche Erholungstempo in Bayern seien im Wesentlichen mit der unterschiedlichen Kundenstruktur im süddeutschen Raum gegenüber den nördlichen Bundesländern zu sehen. „In 2010 starteten der Maschinenbau und die Automobilindustrie eine beeindruckende Aufholjagd. In ihrem Sog erholte sich auch die Verpackungsindustrie“, so Berninghaus. „Die Firmen haben in der Krise besonnen reagiert und an ihren Beschäftigten festgehalten. Das war goldrichtig.“ Die Branche beschäftigte in Bayern 2010 rund 11.000 Mitarbeiter. Das entspricht dem Niveau von 2009. Vor dem Hintergrund des drohenden Fachkräftemangels ist die Nachwuchsgewinnung ein Kernthema der Papierverarbeitung. Dr. Bernhard Ruffing, der den bisherigen Vorsitzenden des Sozialpolitischen Ausschusses des Verbandes, Uwe Klein, ablöst, betonte: „Qualifizierter Nachwuchs und eine modernisierte Ausbildung sind die Faktoren, die uns für die Zukunft fit machen.“

Die Branche blickt optimistisch in die Zukunft: „Eine Umsatzsteigerung von 3 Prozent im Jahr 2011 traue ich uns zu“, prognostizierte Berninghaus. Ausschlaggebend für den Erfolg der Papierverarbeitung sei aber die Rohstoffsicherung, insbesondere die Sicherung von Altpapier: „Das Altpapier als knapper und sehr nachgefragter Rohstoff ist innerhalb von 24 Monaten im Preis um über 500 Prozent gestiegen.“ Das neue Projekt des Verbandes „Optimierung und Sicherung von Altpapierkreisläufen“ habe sich daher zum Ziel gesetzt, die Altpapierversorgung zu sichern und dabei die gesamte Wertschöpfungskette einzubeziehen, um Beeinträchtigungen zu minimieren.