Presseinformation 08.04.2011

Branche auf Erholungskurs

Schaller: "Besonnene Lösungen in der Energiefrage erforderlich."

Die bayerische Papierindustrie befindet sich deutlich auf Erholungskurs. Der Branchenumsatz stieg 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 8,3 Prozent auf 2,86 Mrd. Euro. Die wirtschaftliche Situation der Papierindustrie in Bayern hellte sich im Verlauf des Jahres 2010 zunehmend auf“, erklärte Jürgen Schaller, Vorstandsvorsitzender des Verbandes Bayerischer Papierfabriken e. V., auf der Jahrestagung in München. Die 2010 abgesetzte Papiermenge legte um 11 Prozent auf 4,7 Mio. Tonnen zu. Damit liegt die Entwicklung in Bayern leicht über dem Niveau der Absatzentwicklung in Deutschland. Stärkster Impulsgeber für das Mengenwachstum im Freistaat waren die Grafischen Papiere, deren Absatz 2010 um 12,3 Prozent anstieg.“

Schaller, der als Vorstandsvorsitzender wieder gewählt wurde, blickte für seine Branche optimistisch in die Zukunft: „Der Umsatz in der Papierindustrie in den ersten beiden Monaten des Jahres 2011 ist bundesweit gegenüber dem Vorjahreszeitraum kräftig gestiegen. Am Ende des Jahres 2011 könnte ein Umsatzplus von 5 Prozent stehen.“

Mit Sorgen betrachtet Schaller allerdings die Kostenexplosion bei den Rohstoffen: „Allein für den Rohstoff Altpapier haben die Papierfabriken im Jahr 2010 deutschlandweit 830 Mio. Euro mehr bezahlen müssen als noch im Jahr 2009. Das neue Umweltpakt-Projekt, das der Verband im Herbst 2010 gemeinsam mit dem Bayerischen Umweltministerium ins Leben gerufen hat, widmet sich dem Ziel, die Ressourceneffizienz beim Einsatz von Altpapier wesentlich zu verbessern. Das ist der Schlüssel für nachhaltiges Wirtschaftswachstum in unserer Branche.“

Abschließend appellierte Schaller an alle politischen Entscheidungsträger, auf eine sachliche Diskussion und besonnene Lösungen in der Energiefrage hinzuwirken. „Nach der Chemie- und Metallindustrie ist die Papierindustrie der drittgrößte industrielle Stromverbraucher in Deutschland. Eine sichere, kostengünstige Energieversorgung ist für unsere Branche ein entscheidender Standortfaktor. Die unfassbare Tragödie in Japan, die uns tief betroffen gemacht hat, darf unseren Blick für eine differenzierte Beurteilung der Sicherheits- und Bedarfslage in Deutschland dennoch nicht trüben. Insbesondere dürfen wir keine voreiligen energiepolitischen Entscheidungen treffen. Wir brauchen die Kernenergie als Brückentechnologie, bis alternative wettbewerbs- und leistungsfähige System zur Grundlastversorgung zur Verfügung stehen.