Presseinformation 27.04.2012

Energieversorgung und Holzmobilisierung sind zentrale Standortfaktoren der bayerischen Papierindustrie

Schaller: „Wir fordern ein klares Bekenntnis der bayerischen Staatsregierung pro bayerische Papierindustrie.“

(baypapier) München, 27.04.2012. Die bayerische Papierindustrie mit rund 7.000 Beschäftigten konnte im Jahr 2011 ihren Umsatz um 8,8 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro deutlich steigern. Dies gab Jürgen Schaller, Vorstandsvorsitzender des Verbandes Bayerischer Papierfabriken e.V., anlässlich der heutigen Jahrestagung im Bayerischen Hof in München bekannt. „Damit schließt die bayerische Papierindustrie wieder an das Vorkrisenniveau an“, so Schaller.

Schwach im ersten Quartal 2012 gestartet, blickt die papiererzeugende Industrie aufgrund steigender Auftragslage wieder optimistischer in die Zukunft. Gleichwohl bereitet der Branche die aus ihrer Sicht unsichere Stromversorgung ab 2015 große Sorge. Die Papierindustrie ist der zweitgrößte industrielle Stromverbraucher in Deutschland. Eine zuverlässige Energieversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen ist daher ein zentraler Standortfaktor. „Jeder Maschinenstillstand ist enorm kostspielig und gefährdet die Zukunft der Produktionsstandorte im Freistaat“, so Schaller. Er appelliert an den anwesenden Staatsminister Zeil: „Wir fordern ein klares Bekenntnis der bayerischen Staatsregierung pro bayerische Papierindustrie.“

Neben einer sicheren Energieversorgung ist die ausreichende Versorgung mit Holz ein zentrales Thema für die Papierindustrie. Der Bedarf der bayerischen Papiererzeuger beträgt ca. zwei Millionen Festmeter. Holz wird jedoch im Zuge der Energiewende vermehrt als Rohstoff für Energiegewinnung nachgefragt, wodurch laut Schaller eine starke Nutzungskonkurrenz entsteht. Der Lösungsansatz der Papierindustrie heißt Kaskadennutzung. Schaller: „Wir sprechen uns dafür aus, die knappe Ressource Holz in einem mehrstufigen Verwertungsprozess für die Wertschöpfung in Bayern nutzbar zu machen. Die Kaskadennutzung sichert Arbeitsplätze, schafft mehr Wertschöpfung und bindet ein Vielfaches an CO2.“

Für die Zukunftsfähigkeit der Papierindustrie ist ferner die Fachkräftesicherung von großer Bedeutung. „Für die Steuerung unserer Hightech-Anlagen brauchen wir hochqualifiziertes Personal“, erklärt Schaller. Mit dem Projekt „Technik Scouts“ engagiert sich die Branche für technische Berufe und die frühzeitige Gewinnung von qualifizierten Nachwuchsfachkräften.