Branche steigert Umsatz um 4,2 Prozent

Günther Berninghaus: „Zahlen zeigen Stärke des Standorts Bayern“

München, 06.03.2015. Die Unternehmen der Papier, Pappe und Kunststoff verarbeitenden Industrie in Bayern blicken auf ein insgesamt positives Jahr zurück. „Auf Bundesebene stabilisierte sich der Umsatz im Jahr 2014 bei rund 20 Milliarden Euro. Die Beschäftigtenzahlen stagnierten bei rund 85.000 Arbeitnehmern. In Bayern dagegen waren in unserer Branche gut 2,7 Prozent mehr Mitarbeiter tätig als im Jahr zuvor. Knapp 12.000 Arbeitsplätze zählt allein die Papierverarbeitung. Hinzu kommen noch rund 2.000 Arbeitsplätze in der flexiblen Verpackung und in angrenzenden Bereichen. Beim Gesamtumsatz können wir im Freistaat eine deutliche Steigerung von 4,2 Prozent auf insgesamt rund 2,4 Milliarden Euro verzeichnen. Diese Zahlen zeigen die Stärke des Standortes Bayern“, erklärte der VBPV-Vorstandsvorsitzende Günther Berninghaus anlässlich der heutigen Jahrestagung des Verbandes am Tegernsee.

Laut Berninghaus profitiert die Papier- und Verpackungsindustrie als Bestandteil der Logistikkette von den Exporterfolgen der deutschen Wirtschaft. „Eine hohe Konsumneigung zieht einen entsprechenden Bedarf an hochwertigen Verpackungen nach sich. Die Vorzeichen stehen deshalb nicht schlecht, dass das Jahr 2015 trotz aller Unsicherheiten für unsere Industrie gute Perspektiven bietet“, so Berninghaus. Sorgen bereiten dem VBPV-Vorstandsvorsitzenden die Auswirkungen des demografischen Wandels: „Der Mangel an ausreichend zur Verfügung stehenden qualifizierten Arbeitskräften wird zu einem zunehmenden Standortproblem. Selbst Rekordzuwanderung aus dem Bundesgebiet reicht langfristig nicht aus, um die Lücke in Bayern zu schließen.“ Um dieser Herausforderung zu begegnen, hat der Verband eine Workshop-Reihe „Demografischer Wandel“ aufgesetzt, die im Frühsommer startet.

Dr. Bernhard Ruffing, Vorsitzender des Sozialpolitischen Ausschusses, kritisierte die Auftraggeberhaftung im Mindestlohngesetz. Demnach haftet ein Unternehmer, der einen anderen mit der Erbringung von Werk- oder Dienstleistungen beauftragt, für die Mindestlohnzahlungen in der gesamten Nachunternehmerkette. „Wir haben in unserer Branche kein Problem mit der Höhe des Mindestlohns. Aber es ist absolut nicht die Aufgabe von Unternehmern, bei ihren Geschäftspartnern anstelle des Staates die Einhaltung von Sozialgesetzen, also den Mindestlohn, zu überprüfen. Dieser Missstand gehört schnellstmöglich beseitigt“, so Dr. Ruffing.

Kontakt: Michael Reithmeier, Telefon 089-551 78-372, E-Mail: michael.reithmeier-nospam@ibw-bayern-nospam.de, www.ibw-bayern.de