Branche blick verhalten optimistisch in die Zukunft

Berninghaus: "Reform der EEG-Umlage dringend notwendig"

München, 01.03.2013. Die Papier, Pappe und Kunststoff verarbeitende  Industrie in Bayern verzeichnete im vergangenen Jahr ein leichtes Umsatzplus von 0,2 Prozent. „Von der globalen Konjunkturschwäche und der europäischen Schuldenkrise zeigte sich auch unsere Industrie nicht unberührt. Am Ende konnten wir mit einem Zuwachs von 0,2 Prozent noch ein leichtes Umsatzplus auf 2,26 Mrd. Euro einfahren“, erklärte Günther Berninghaus, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Bayerischen Papier, Pappe und Kunststoff verarbeitenden Industrie e. V. (VBPV), anlässlich der heutigen Jahrestagung des Verbandes am Tegernsee. „Deutschlandweit müssen wir uns auf einen Umsatzrückgang gegenüber 2011 von rund 2 Prozent auf 18,3 Mrd. Euro einstellen.“

Innerhalb des breiten Spektrums der Branche ist die Industriebuchbinderei schwer betroffen vom Strukturwandel. Printmedien werden zunehmend durch internetbasierte Informationsangebote ersetzt. Berninghaus: „Die Industriebuch-binderei wird sich dort stabilisieren, wo in technischer Kooperation mit Verlagen und Druckereien Nischen gezielt besetzt werden können.“ Im Übrigen blickt die Branche in Bayern verhalten optimistisch in die Zukunft. „Die Zahl der Beschäftig-ten ist 2012 gegenüber 2011 im Freistaat um 4 Prozent auf 11.075 Personen ge-stiegen. Diese Steigerung in angespannter Lage verdeutlicht den Optimismus der Branche“, betonte Berninghaus. „Ein moderates Umsatzwachstum von 0,5 bis 1,0 Prozent sollte in 2013 möglich sein.“

Sorge bereitet der Branche die Kostenexplosion des Strompreises aufgrund der unkalkulierbar steigenden EEG-Umlage. Berninghaus: „Wir werden mit diesem gut gemeinten EEG-System scheitern, wenn die Politik nicht bald das Ruder rumreißt und solchen Technologien den Vorrang einräumt, die ökologisch wünschenswert und wirtschaftlich effizient sind.“ Eine weitere Aufgabe für die Zukunftsfähigkeit der Branche liegt in der Sicherung der Rohstoffquellen. Die Verfügbarkeit von Altpapier ist für relevante Segmente der Branche unersetzbar. Berninghaus erklärte: „Es ist entscheidend, in der gesamten Lieferkette bis hin zum Handel einen dichten Austausch über mögliche Inhalte und Gefährdungsstoffe im Altpapier zu etablieren. Wir haben daher eine neue Initiative gestartet. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die Selbstverpflichtung aller Akteure anzustreben, um die Recyclingkette frei von Gefährdungsstoffen zu halten, die den Wiedereinsatz des Papiers verhindern könnte.“ Die Branche setzt damit Maßstäbe für die Zukunft.

Kontakt: Konstanze Lueg, Telefon 089-551 78-375, E-Mail: konstanze.lueg-nospam@ibw-bayern-nospam.de, www.ibw-bayern.de