Branche blickt verhalten in die Zukunft

Schaller: „Energiewende darf Standort Bayern nicht gefährden“

München, 12.04.2013. Deutliche Mengenrückgänge bei Katalog- und Pressepapieren führten in der bayerischen Papierindustrie im Jahr 2012 zu einem Absatzrückgang. Der Branchenabsatz sank im Vergleich zum Vorjahr um 4,8 Prozent auf 4,4 Mio. Tonnen. Der deutsche Gesamtabsatz fiel nur leicht um 0,5 Prozent auf 22,6 Mio. Tonnen. „Zwar gab es Wachstumsimpulse in den Segmenten Verpackungspapiere, Hygiene- und Sozialpapiere. Diese konnten den Men-genverlust bei den Presse- und Katalogpapieren aber leider nicht ausgleichen“, erklärte Jürgen Schaller, Vorstandsvorsitzender des Verbandes Bayerischer Papierfabriken e. V., auf der Jahrestagung in München.

Der Branchenumsatz in Bayern lag 2012 bei 3,1 Mrd. Euro. Das bedeutet ein Minus von 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bundesweit sank der Umsatz um 4,8 Prozent auf 14,77 Mrd. Euro. Schaller, der als Vorstandsvorsitzender wieder gewählt wurde, blickte für seine Branche verhalten in die Zukunft: „Auch 2013 wird kein leichtes Jahr. Zwar verzeichnen wir bis Februar dieses Jahres in allen Segmenten ein Absatzplus. Ob wir dieses bis zum Jahresende halten können, ist aber fraglich.“

Mit Blick auf die Energiewende betonte Schaller: „Wir tragen die Energiewende mit. Die Mehrbelastungen müssen aber fair zwischen allen beteiligten Verbrauchern geteilt werden. Die erheblichen finanziellen Mehrbelastungen für unsere energieintensive Branche gegenüber dem Ausland sind Gift für unseren Standort. Sie kosten bereits heute Arbeitsplätze in Deutschland und Bayern.“ Schaller zufolge ist eine Reform des EEG unausweichlich: „Nur so können wir die alarmierende Entwicklung der Strompreise stoppen.“
 
Bei seiner Jahrestagung stellte der Verband sein Projekt „Forschend Werken und Gestalten mit Papier“ in Kooperation mit der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ vor. Es ermöglicht Schülerinnen und Schülern an bayerischen Grundschulen, durch die Arbeit mit Papier physikalische Phänomene kennenzulernen. Schaller: „Dieses Projekt ist uns ein besonderes Anliegen. Die Kinder haben frühzeitig die Möglichkeit, sich für die Welt der Technik zu begeistern und eigene Talente zu entdecken. Nicht nur für unsere Branche ist es wichtig, den Nachwuchs in den MINT-Fächern zu fördern.“

Kontakt: Konstanze Lueg, Telefon 089-551 78-375, E-Mail: konstanze.lueg-nospam@ibw-bayern-nospam.de, www.ibw-bayern.de