Presseinformation 26.07.2011

Intakte Altpapierkreisläufe durch Kooperation in der Papierkette

Altpapierexport und Fremdstoffeintrag werden als größte Risiken identifiziert

Altpapier ist in Bayern der mit Abstand wichtigste Rohstoff für die Herstellung von Papier und Karton für Printmedien und die Verpackungsindustrie. Jährlich werden über 4 Mio. Tonnen des Rohstoffes von der Bayerischen Papierindustrie nachgefragt, um Papierprodukte herzustellen. Der Rohstoff wird aber immer mehr zu einer knappen und auch teuren Ressource. Deutschland ist Nettoimporteur von Altpapier.

„Die dauerhafte Sicherung der Altpapierverfügbarkeit und -qualität und damit ihrer Klimaschutzeffekte, ist das zentrale Ziel des aktuellen Umweltpaktprojektes der Bayerischen Staatsregierung und der Papierindustrie“, so Dr. Thorsten Arl, Hauptgeschäftsführer Bayerische Papierverbände. In fachlicher Hinsicht liegt die Leitung des Projektes beim bifa-Umweltinstitut. Die Papiertechnische Stiftung ist ebenfalls beteiligt.

Zusammen mit den Akteuren längs der Wertschöpfungskette beginnend mit den Kommunen, den Altpapiersammlern, dem Altpapierhandel, über Papiererzeuger und -verarbeiter bis hin zum Endanwender sollen Risiken im Altpapierkreislauf aufgezeigt sowie konkrete Lösungs- und Optimierungsansätze gefunden werden. Denn intakte Altpapierkreisläufe sind die Grundvoraussetzung für eine klimaverträgliche Papier- und Verpackungsproduktion.

Dass dieses Thema branchenübergreifend höchste Relevanz genießt, zeigte die hervorragende Resonanz des Projektworkshops am 21.07.2011 zum Thema „Chancen und Risiken in der Wertschöpfungskette“. Zwar waren ursprünglich die Erwartungen der mehr als 30 teilnehmenden Experten an das Projekt durchaus heterogen. Schließlich verständigten sich die Projektteilnehmer auf folgende Themen:

  • aus der Risikogruppe „Qualitätsminderung von Altpapier“
    „Eintrag von Problem- und Fremdstoffen ins Altpapier“
  • aus der Risikogruppe „sinkende Altpapierverfügbarkeit“
    „Negative Handelsbilanz bei Altpapier“

In Ergänzung zu diesen als Hauptrisiken definierten Einflussfaktoren wird sich das Projekt außerdem mit dem Effekt von Papierverbunden auf den Altpapier- und Recyclingkreislauf beschäftigen.

Die Herausforderung dieses Projektes besteht darin, durch gemeinsame Kooperation und der Berücksichtigung des gesamten Lebenszyklus’ von Altpapier, die Schnittmenge der bedeutendsten ökologischen und ökonomischen Aspekte aufzuzeigen und eine tragfähige Lösung für alle zu finden. Hierzu sollen im nächsten Schritt Handlungsoptionen und Kooperationsmöglichkeiten in der Wertschöpfungskette entwickelt werden.